Und wer besorgt das Spielzeug?

75 Jahre Hamburger Bücherstube Felix Jud & Co.
Hrsg. v. Wilfried Weber u. Marina Krauth. 1998, 80 S., zahlr. Fotos, Paperpack € 10,00
Auszug
»Am 10.Mai 1933 begannen die Bücherverbrennungen. Die Werke der Lieblingsautoren von Felix Jud landeten auf dem Scheiterhaufen. Felix Jud antwortete satirisch. Er dekorierte sein Fenster mit vielen Exemplaren eines scheinbar harmlosen Sommerbuchs »Heitere Tage mit braunen Menschen«. Für ihn war das ein satirischer Kommentar zu den Geschehnissen.
Natürlich erregte auch sein Name bei den Machthabern Anstoß und Verdacht. Wie kann ein Arier „Jud” heißen? Er reagierte mit einer Provokation: Er hängte einen großen Barockrahmen in sein Schaufenster,oben unter der Bilderleiste war die Judenkarikatur aus dem Stürmer „Jud bleibt Jud" - der krummbeinige, krummnasige, spitzbäuchige wöchentliche Jude. Darunter Felix Jud, ein Foto als Säugling auf dem Lammfell, dann ein Foto als Konfirmand, ein weiteres aus der Gegenwart, darunter „Jud bleibt Jud". Das war nicht zu bezweifeln. Aber quer zu dem Ganzen ein Wäschebrett für „Persil bleibt Persil".«

