Romantisch gesehen

Ausstellung vom 25. Januar 2024 bis 20. März 2024

In unserer Ausstellung Romantisch gesehen zeigen wir im Bild den romantischen Blick des Künstlers auf die Natur, mit all ihren Facetten, vom Idyll eines Gebirgssees, über erhabene monumentale Felsformationen oder brausendes, tosendes und schäumendes Meer. In unserem Kabinett sehen Sie historische Positionen, in der Galerie Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die von ihren romantischen Vorgängern inspiriert sind. 
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das Gemälde „Ruine des Klosters Lindow in winterlicher Landschaft“, das Anfang des 20. Jahrhunderts noch als Frühwerk Caspar David Friedrichs galt, später Carl Gustav Carus und schließlich seinem Umkreis zugeschrieben wurde. Drei Forscher, drei Meinungen. Doch was ist die Wahrheit des ungelösten Rätsels…

Harald Friedrich, Enkel des berühmten deutschen Romantikers, setzte als Künstler die Tradition seines Großvaters fort. Vier aquarellierte Reiseimpressionen zeigen dies in unserer Ausstellung eindrücklich. Die berühmte „Friedrichsche“ Rückenfigur finden wir als Hommage bei Gerhard Ausborn.

Dass die Farbe Blau als Ausdrucksmittel für Grenzenlosigkeit in der Bewegung der Romantik zum Einsatz kommt, erleben wir im Werk der Künstlerin Ramona Czygan. Mit ihr betrachten wir die Natur durch einen blauen Filter. Die von Novalis in der romantischen Literatur hervorgehobene blaue Blume, Symbol für die Sehnsucht nach der Ferne, präsentieren uns in ihrer Malerei, Helena Parada Kim mit iris sibirica und Klaus Fußmann mit Anemone. Sehnsuchts- und Rückzugsort bildet der Wald, märchenumwoben, ein zentrales Thema in der Romantik. Die Einsamkeit in den lichtdurchfluteten Blätterzelten, so filigran in Bleistift gezeichnet, stellt kein anderer besser dar, als der Künstler Peter Wels.

Himmelsleuchten und Horizonte durch die rosarote Brille gesehen, liefern uns in ihrer Kunst, Maximilian Rödel und Sibylle Prange, während Friedel Anderson innehält im klaren Mondlicht, dass durch sein Fenster fällt. So wählt er sein Motiv, setzt es künstlerisch um. Doch auch Wolken haben in der Romantik ihren großen Auftritt und sind bildlich vertreten durch die Künstler Isabell Meldner und Klaus Fußmann.

Goethe, bekannterweise kein großer Freund der romantischen Malerei, empfahl die Bilder Friedrichs auf einer Tischkante zu zerschlagen. In unserem Antiquariat finden Sie seine Todesannonce sowie das „Casa-Buch“ der Frommannschen Buchhandlung in Jena aus den Jahren 1824-1828, immerhin einer der wichtigen literarischen Stellen der Deutschen Romantik.